Hundeernährung aus der Sicht des Praktikers
von Jürgen Fuhrmann

Der Hund ist ein Fleischfresser! - dieses Schlagwort hört man in letzter Zeit immer öfter. Ganz so pauschal kann man die Sache nicht ausdrücken, denn auch Wildformen des Hundes und sein oft zitierter Ahn, der Wolf, nehmen in natürlicher Umgebung pflanzliche Nahrung auf, aber dran ist was. Besser ausgedrückt formuliert man der Hund braucht auch Fleisch "oder ohne Fleisch fehlt etwas".

 

Doch was bekommen unsere Hunde wirklich, wenn sie mit Fertignahrung, sei sie nun nass, also Dosenfutter, oder trocken gefüttert werden? Mit dem, was man im normalen Sprachgebrauch unter Fleisch versteht, hat dies meist nichts mehr zu tun. Ich möchte keinesfalls eine Fütterung unserer Hunde mit Fertigfutter verteufeln - nichts liegt mir ferner, denn Fertigfutter ist in der Regel, wenn vom Markenhersteller auf eine gewisse Qualität geachtet wird, eine sehr gute Möglichkeit, seinen Hund zu ernähren. Ich will sagen, dass es Mittel und Wege gibt, sehr Gutes noch zu verbessern.

Die von mir im folgenden vertretene Meinung kann man nicht als wissenschaftlich fundiert oder anerkannt bezeichnen, doch ich möchte sie, möglicherweise etwas provokant formuliert und auch um eine Diskussion anzuregen, als meine aufgrund jahrelanger Erfahrung in der Zucht und im Umgang mit Hunden gewonnene Auffassung einer artgerechten Hundeernährung verstanden wissen.

Diskutiert man über Hundeernährung, so sind die Meinungen meist in zwei Lager aufgespaltet: die einen füttern Fertigfutter, die anderen bereiten die Nahrung für ihre Tiere selbst zu. Und keiner weicht von seinem Standpunkt, er ernähre seinen Hund am besten, ab. Lassen Sie mich zuerst die am häufigsten genannten Argumente der beiden Parteien kurz anführen:

Die Verfechter der industriell hergestellten Nahrung loben die Bequemlichkeit, mit der die Hunde ernährt werden können. Dose oder Sack auf, in den Napf damit, eventuell noch Wasser darüber und fertig ist die Mahlzeit.

Es wird die Ausgewogenheit der Nahrung gepriesen, das heißt, alle erforderlichen Nährstoffe sind in bedarfsgerechter Rezeptur enthalten. Da man verstärkt in allen möglichen kynologischen Veröffentlichungen (meistens von einem namhaften Tiernahrungshersteller publizierte Artikel) eindringlichst davor gewarnt wird, auch nur eine Nuance von der vorgegebenen Fütterungsempfehlung abzuweichen, weil der Hund sonst postwendend von den schlimmsten Mangel- oder Überversorgungserkrankungen dahingerafft wird, ist Fertig­futter ein einleuchtendes Argument.

Weiterhin wird angeführt, dass die Nahrung preiswert, leicht erhältlich und gut zu lagern ist, gerne gefressen und außerdem vom Tierarzt empfohlen wird.

Hier möchte ich, sicherlich wieder sehr provokant, aber vielleicht bewege ich damit etwas, meine Meinung zur Fachkunde zumindest mancher Tierärzte kundtun: Meistens bezeichne ich deren Beratungen als Einbahnstraße hin zu den Produkten von Futtermittelherstellern. Denn die Empfehlung oder der Vertrieb bestimmter Marken bringt sicher manchen Vorteil mit sich. Mit Sicherheit gibt es sehr gute Produkte, wenn auch nicht gerade billig. Zweifellos ist es auch ein großer Verdienst dieser Firmen, dass sie eine Vielzahl von Tierärzten in Ernährungsphysiologie nachgeschult haben, denn nach meinen Informationen fällt das Studium der Tiermedizin auf diesem Gebiet recht dürftig aus. Doch sind diese Schulungen sicher nicht ganz ohne Eigennutz durchgeführt worden. So erkläre ich mir zumindest die recht Herstellerlastigen - Ernährungsberatungen der Tierärzte. Wenn ich hier falsch liege, belehren Sie mich bitte!

Zurück zum Thema: die Verfechter selbst zubereiteter Nahrung führen an, ihre Hunde natürlich zu ernähren. Das Gegenteil von natürlich ist denaturiert, und so wird Fertigfutter von ihnen bezeichnet und entweder aus Tradition oder aus der Sicht durch die Hörnerbrille abgelehnt. Des weiteren schmeckt ihren Hunden besser, was sie selbst zubereiten und sie wissen genau, was der Hund frisst. Nicht zu unterschätzen ist auch das gute Gefühl, dem Hund etwas besonderes zu bieten, wenn allerlei Gutes und vermeintlich Wertvolles für ihn zubereitet wird. (Das kann man allerdings auch mit dem Drapieren eines Petersilienzweiges neben der Portion erreichen).

Wenn ich nun von Ernährung, wie wir sie für richtig erachten schreibe, möchte ich hier nicht wiederholen, was in letzter Zeit in diversen Artikeln in fast allen Hundezeitschriften schon breitgetreten wurde. Ich möchte also nicht ins Detail gehen, die Nahrung bis ins kleinste zerpflücken und in die Panikkerbe bezüglich der Ausgewogenheit der Ernährung unserer Hunde schlagen, denn so brisant, wie es in manchen Artikeln dargestellt wird, kann die Sache nicht sein. Sonst würden Generationen von Hunden vor den unseren, Wildcaniden und auch die Wölfe in freier Wildbahn kaum eine Überlebenschance haben, denn für diese war und ist ja auch kein Fertigfutter in ausgewogener Rezeptur verfügbar. Bevor ich meine - Verzeihung, unsere (denn ich muss zugeben, dass die Hunde meist von meiner Frau versorgt werden) - Art zu füttern vorstelle, die einen Mittelweg zwischen den Fronten darstellt, lassen Sie mich kurz etwas Praktische Theorie voranschicken, denn ganz ohne Hintergrundwissen geht es doch nicht.

Die Nahrung unserer Hunde wird grob unterteilt in die Bestandteile Wasser, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Mit der Nahrung baut der Hund seinen Organismus auf und hält diesen funktionsfähig. Die Nahrung liefert dem Körper des Hundes also die Bausteine zur Herstellung und die Energie, um ihn am Laufen zu halten. Das sind stark vereinfacht die Grund­prinzipien und soll uns vorerst genügen. Je nach Entwicklungsstand und Belastung muss der Ernährungsschwerpunkt anders gesetzt werden.

Einleuchtendste Beispiele hierfür sind Arbeit und Wachstum. Soll der Hund Leistung bringen, ist es wenig sinnvoll, die Eiweißzufuhr zu steigern, weil Protein in erster Linie dem Substanzaufbau dient. Angebracht ist hier eine vermehrte Fütterung von Fetten oder Kohlenhydraten, weil diese vorrangig zur Energiegewinnung herangezogen werden. Umgekehrt helfe ich einem langhaarigen Hund im Haarwechsel nicht mit Kohlenhydraten, er benötigt zur Haarproduktion vermehrt Eiweiß. Dass dies alles stark vereinfacht dargestellt ist, ist mir klar. Wer hier tiefer einsteigen möchte, den verweise ich auf die Fachliteratur, denn Details der Ernährungsphysiologie sind nicht Thema dieses Artikels.

Deshalb möchte ich auf die oben angeführten Bestandteile auch nur kurz eingehen. Wasser habe ich bewusst an den Anfang der Aufzählung der Bestandteile gestellt, weil es der wichtigste ist. Dass ein Hund ca. einen Monat ohne Nahrung auskommen kann, aber nur sehr kurze Zeit ohne Wasser, ist allgemein bekannt. Weitere Argumente für die Bereitstellung von ausreichend Wasser sind, daß die Niere, das Ausscheidungsorgan für Giftstoffe im Körper, ausreichend Flüssigkeit benötigt, um richtig zu arbeiten. Hier liegt meiner Meinung nach auch eine Ursache für das vermehrte Auftreten von unspezifischen Erkrankungen wie Allergien oder Ekzemen. Wenn die Nieren infolge von Flüssigkeitsmangel am richtigen Arbeiten gehindert werden, sucht der Körper andere Wege, unerwünschte Stoffe loszuwerden. Und meist ist dann das Futter schuld, oder die Umwelt.

Es ist meiner Meinung nach nicht zu tolerieren, wenn Hundehalter ihren Hunden nicht ständig Frischwasser zur Verfügung stellen, um zu vermeiden, dass der Zwinger nicht beschmutzt wird oder sie nicht so oft mit ihnen raus müssen. Beiden Argumenten bin ich schon mehr als einmal begegnet. Wasser muss immer bereit stehen. Wenn der Hund von sich aus trinkfaul ist, muss man eben etwas tricksen, z. B. mit stark angefeuchteter Nahrung, damit er ausreichend Flüssigkeit aufnimmt.

Wird Trockenfutter gefüttert, so wird dies nach meiner Erfahrung besser verwertet, wenn es vor dem Füttern gut durchgeweicht ist. Oft wird dies unterlassen, weil die Kotkonsistenz hierunter leidet. Dies ist jedoch meist nur Gewohnheitssache. Hält man sich vor Augen, dass der Hund oder Wolf in seiner natürlichen Umgebung neben dem, was er trinkt, noch Nahrung aufnimmt, die 60 bis 80 % Feuchtigkeit aufweist, wird man vielleicht meine Bedenken, dass Hunde, die mit uneingeweichtem Trockenfutter ernährt werden, zuwenig Flüssigkeit aufnehmen, besser verstehen. Denn auch wenn sie die für sie notwendige und empfohlene Menge trinken, fehlen immer noch ca. 0,6 l Flüssigkeit pro Kilogramm Nahrung, die sie aufnehmen.

Kommen wir gleich zum zweiten heiklen Thema bei der Ernährung, dem Eiweiß oder auch Protein genannt. Wir haben bereits gehört, dass es nicht der Energiegewinnung, sondern in erster Linie dem Substanzaufbau dient. Protein besteht aus Aminosäuren, von denen zwanzig verschiedene bekannt sind und zehn, die sogenannten essentiellen Aminosäuren, in der Nahrung enthalten sein müssen, weil sie der Hund nicht selbst bilden kann. Eine wichtige Rolle beim Protein spielt seine Verwertbarkeit, das heißt, ob der Hund es auch verdauen kann oder es über den Kot wieder ungenutzt ausgeschieden wird.

Nun haben wir schon die beiden Qualitätsmerkmale beim Eiweiß kennen gelernt: sein Aminosäurespektrum und seine Verwertbarkeit. Über beides sagt die Angabe auf der Hundefutterverpackung wenig aus. Man muss also das Futter ausprobieren und den Hund beobachten, um die Qualität beurteilen zu können.

Ähnlich, wenn auch nicht ganz so gravierend verhält es sich bei dem Hauptenergielieferanten des Futters, dem Fett. Es müssen wieder die essentiellen Fettsäuren vorhanden und das verwendete Fett von guter Verwertbarkeit sein. Fett bereitet uns Probleme mit der Konservierung. Es neigt dazu, zu oxydieren oder ranzig zu werden. Deshalb werden von einigen Firmen dem Futter Antioxydantien zugesetzt, um das Fett zu stabilisieren. Diese Zusatzstoffe müssen deklariert werden. Die bekanntesten sind BHT, BHA und Etoxyquin. Oft werden sie auch einfach EWG-Zusatzstoffe genannt. Ein Konservieren ist auch mit Vitaminen möglich.

Ich möchte mir hier kein Urteil darüber erlauben, ob diese Zusatzstoffe wirklich schädlich sind oder nicht - der Glaubenskrieg hierüber wird schon erbittert genug geführt. Vor kurzem hat es ein Bekannter auf die Formel gebracht, dass verdorbenes Fett nachweislich schädlich ist, von den verwendeten Konservierungsstoffen vermuten es hingegen nur einige. Ich persönlich versuche beides zu vermeiden, verdorbenes Fett und Konservierungsstoffe.

Ein weiterer Energielieferant sind die Kohlenhydrate. Dies sind Zuckerformen (Sacharide) und Stärken. Sie kommen hauptsächlich in pflanzlichen Nahrungsbestandteilen vor. Kohlenhydrate haben zwar nicht den Brennwert von Fett (Fett liefert etwa doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate), werden aber wesentlich schneller verwertet. Für Kurzzeitbelastungen von Hunden füttert man also besser kohlenhydratreich, für Ausdauerleistungen führt man ihm mehr Fette zu.

Kohlenhydrate werden auf den Futtermittelverpackungen meist nicht deklariert, sind aber ganz leicht auszurechnen, indem man alle Bestandteile zusammenzählt. Was dann auf 100 % fehlt, sind die Kohlenhydrate. Reich an ihnen sind Nudeln, Kartoffeln, Reis und andere Getreide.

Auf Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente gehe ich in diesem Rahmen nicht näher ein. Wichtig ist, dass Überdosierungen fettlöslicher Vitami­ne schädlich sind, Calzium und Phosphor im richtigen Verhältnis (1,2 : 1) vorhanden sein soll, diese Mineralstoffe besonders für Jungtiere notwendig sind und im Winter, der Sonnenarmen Zeit, Omas Löffel Lebertran das vom Körper nicht selbst gebildete Vitamin D zuführt. Alles weitere würde den Rahmen dieses Artikels sprengen und ist in Fachliteratur nachzulesen.

Zum Schluss noch ein paar Begriffe, die auf Futterverpackungen zu finden sind: unter Rohasche versteht man alle nicht brennbaren Bestandteile des Futters, üblicherweise die Gesamtmenge der Mineralstoffe und Spurenelemente. Als Rohfaser werden unverdauliche Nahrungsbestandteile (die Ballaststoffe), bezeichnet. Sie sind für die Verdauung und hier für die Kotkonsistenz wichtig.

 

So, ich glaube, das dürfte fürs erste als theoretisches Rüstzeug genügen, um sich mit Hundeernährung zu beschäftigen. Kommen wir nun zum eigentlichen Thema dieses Artikels, der Praxis. Beginnen möchte ich hier mit einem Experiment des tschechischen Forschers Bernásek, das dieser zwar mit Ratten durchführte, das aber trotzdem auch für die Ernährung unserer Hunde und sicher nicht zuletzt auch für unsere eigene eine gewisse Aussagekraft haben dürfte. Gefunden habe ich den Artikel in dem Buch von der Gesundheit des Hundes von Eric h. W. Aldington, erschienen im Gollwitzer Verlag.

Bersánek wollte die Entstehung sogenannter Zivilisationskrankheiten erforschen und fütterte Ratten mit künstlich hergestellter denaturierter Kost. Kohlenhydrate stammten aus Weizenstärke, Eiweiß aus Kasein, Fett wurde in Form von Margarine zugesetzt. Ergänzt wurde die Kost mit einem Vitamin- und Mineralgemisch nach neuestem wissenschaftlichem Stand.

Den Ratten bekam dies auch nicht schlecht und sie vermehrten sich gut. Doch bereits die zweite Generation wies geringfügige Ausfallerscheinungen auf, die sich von Generation zu Generation steigerten. Bereits in der vierten Generation war keine normale Entwicklung und Fortpflanzung mehr möglich.

Laut dem Aufsatz wurden zahlreiche Versuche gemacht, diese Ausfälle zu umgehen. Der einzige Weg, sie zu vermeiden, war jedoch das Verfüttern von Vollkorngetreide! Hieraus wurde geschlossen, dass längst nicht alle für unsere Ernährung wichtigen Stoffe erforscht und bekannt sein dürften.

Und hier komme ich zurück auf meine Eingangssätze, dass die Industrie bemüht ist, in ihr Hundefuter all das zu packen, was bekanntermaßen vom Hund benötigt wird, aber was man nicht kennt, kann man nicht zusetzen. Als Beispiel hierfür ließe sich das L-Carnitin anführen, das heute im Leistungssport als unentbehrlich angesehen wird, von dem aber vor wenigen Jahren noch niemand sprach.

Wenn man sich etwas mit den Herstellungsverfahren von Fertigfuttermitteln beschäftigt, wird sehr schnell klar, daß viel Wertvolles, das in den Rohstoffen noch vorhanden ist, durch die Zubereitung der Nahrung zumindest leidet, wenn nicht gar zerstört wird. Vitamine und Enzyme mögen es nun mal nicht, sterilisiert, autoklaviert, extrudiert oder was auch immer, zu werden. Deshalb werden diese Zusätze in der Regel auch erst nach diesen Verfahren zugesetzt oder auf andere Weise geschützt. Wenn aber nun einer der Stoffe, die wir noch nicht kennen, diese Verfahren ebenfalls nicht toleriert, dann bleibt er außen vor, sprich, ist im Fertigfutter nicht mehr enthalten.

Nun möchte ich aber Fertignahrung nicht verteufeln, ganz im Gegenteil, sie ist ein großer Segen für unsere Hunde, nur eben nicht ganz vollkommen. Nach meiner Ernährungsphilosophie bildet ein gutes Fertigfutter und dieses als Trockenfutter (Halbfeuchtnahrung lehne ich wegen der Konservierung und des Zuckerzusatzes ab), das gut angefeuchtet wird, die Basis der Ernährung unserer Hunde. Wir füttern dies unter normalen Umständen ca. an vier Tagen in der Woche (zweimal täglich) ohne irgendwelche Zusätze.

Hiermit erhält der Hund das, wovon bekannt ist, dass er es braucht, wie bereits oben erwähnt, bedarfsgerecht, bequem, preiswert usw. Die Argumente der Verfechter dieser Fütterungsform sind stichhaltig und werden auch von mir gerne genutzt und akzeptiert.

An ca. zwei Tagen in der Woche schließe ich mich dem anderen Lager an, denn auch deren Erfahrungen sind sicher begründet und es wäre überheblich, dies alles von der Hand zu weisen. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ein Teil der Mahlzeit (ca. 40 %) sollte aus Fleisch bestehen. Hier knüpfe ich nun an den Beginn meines Artikels, wo ich gefordert habe, dass der Hund auch richtiges Fleisch erhalten sollte. Ob dies nun Pansen, Kopffleisch, Muskelfleisch, Fisch, Huhn oder was auch sonst zur Verfügung steht, ist, spielt keine so große Rolle. Es sollte nur richtiges Fleisch sein. Wenn man jedoch die Quelle nicht genau kennt und vorsichtig ist, sollte es abgekocht werden. Ich glaube, dass auch im Fleisch, genau wie im Vollkorngetreide des Professor Bersánek, Stoffe enthalten sind, die für die Gesundheit und die Vitalität unserer Hunde wichtig sind, die aber noch nicht erforscht bzw. entdeckt wurden.

Dazu gibt es dann Kohlenhydrate im Anteil von ca. 60 %. Dies können sein alle Arten von Getreide, Reis, Kartoffeln, Nudeln, Haferflocken, Gemüse, Obst und vieles mehr. Diese Nahrungsbestandteile müssen allerdings gekocht werden (Obst kann man auch breifein hacken), damit sie der Hund verwert­en kann. Besonders mit Kartoffeln haben wir die besten Erfahrungen gemacht. Dieser Nahrung kann man dann, je nach Saison oder Anfall in der Küche, allerlei Gutes zusetzen. Verwendet wird hier bei uns z. B. die Brühe vom Knödel-, Nudel- oder Kartoffelkochen (ohne Salz), denn die hierin ausgeschwemmten Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe sind eigentlich zu schade, um im Ausguss zu landen. Weiterhin Kräuter wie Petersilie oder Brennnessel, Quark oder Joghurt, gekochte Eier mit Schale, Honig, Öl, Obstessig, Leinsamen, Weizenkleie und vieles mehr.

Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Nur Gewürztes ist nichts für den Hund. Ebenso dürfen keinesfalls verdorbene oder angeschimmelte Nahrungsmittel verfüttert werden. Dass Eiklar nicht roh gegeben werden soll, hat sich zwischenzeitlich sicherlich herumgesprochen.

Jetzt fehlt uns noch ein Tag in der Woche, denn vier plus zwei sind erst sechs. Doch manchmal ist hier schon die Futterwoche zu Ende und es wird ein Fastentag eingelegt. Dies hat, wie in vielerlei Literatur beschrieben, nicht nur ernährungsphysiologische Vorteile, sondern motiviert auch manchen schlechten Fresser, sich wieder auf die nächste Mahlzeit zu freuen. Denn auch hier gilt, wie nicht nur in der Hundeausbildung, Etwas wehren, spornt das Begehren! Ich möchte jetzt nicht anführen, dass die meisten unserer Hunde taktvoll ausgedrückt sowieso etwas zu gut im Futter stehen und ein Fastentag in der Woche hier gut tun würde, sonst müsste ich vielleicht beim nächsten Blick in einen Spiegel eine unangenehme Parallele ziehen.

Doch zurück zu dem siebten Tag der Woche. Eine Alternative zum Fastentag ist ein Fischtag. Hierfür haben wir vor einiger Zeit ein Produkt auf dem Markt gefunden, bei dem es sich um reinen Trockenlachs handelt. Dies ist ein sehr hochwertiges Ergänzungsfuttermittel, das eigentlich als Belohnungshappen gedacht ist. Dieser Artikel weist in der Analyse jeweils über 40 % Fett und Protein auf. Dass es hier auf die Qualität und Zusammensetzung ankommt, habe ich bereits oben erwähnt. Beides ist bei Lachs hervorragend und zur Ergänzung herkömmlicher Fütterung sehr gut geeignet. Wir mischen meist ca. 150 gr Trockenlachs mit Reis oder Kartoffeln für ca. 40 kg Hund. Ergebnis war eine spürbare Verbesserung der Fell- und Hautqualität unserer Hunde.

Jetzt darf diese Einteilung 4 - 2 - 1- nicht zu eng gesehen werden, denn zumindest bei uns kommt es hier auch auf äußere Umstände an. In stressreicher Zeit kann es schon vorkommen, dass das Selbstzu­bereiten der Nahrung wegen Zeitmangels entfällt und nur Fertigfutter gegeben wird. Oder wir konnten eine größere Menge Pansen erhalten, dann gibt es eben Fleisch, bis dieses verbraucht ist. Keinem unserer Hunde hat dies bislang geschadet. Die 4 - 2 - 1 Einteilung soll nur als ganz grobe Richtschnur dienen.

So, nun bin ich sicher vielen Leuten auf die Füße getreten, weil ich manches etwas deutlicher ausgesprochen habe, als es meist üblich ist. Doch das tat ich mit Absicht, denn etwas Provokation dient der Diskussion. Die Diskussion bewirkt einen Meinungsaustausch, bei dem sicher jeder etwas für seinen Hund profitieren kann. So gesehen habe ich mich völlig selbstlos der sicherlich über mich hereinbrechenden Kritik und den Unterstellungen, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, ausgesetzt. Doch vielleicht stimmt mir ja auch der oder die eine oder andere zu oder kann ein Hund von unserer Erfahrung profitieren - dann hätte dieser Artikel seinen Sinn erreicht.

 


 
 
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